- zum 4. Advent
Wenn es in der Advents- und Weihnachtszeit zu behaglich wird, dann ist es manchmal gut, die Perspektive zu wechseln. Wenn es mir in der Advents- und Weihnachtszeit zu behaglich wird, dann lese ich daher gerne Erich Kästner. Weihnachtslied, chemisch gereinigt. Morgen, Kinder, wird’s nicht geben!Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.Mutter schenkte euch das Leben.Das genügt, wenn man’s bedenkt.Einmal kommt auch eure Zeit.Morgen ist’s noch nicht soweit. (Erich Kästner) „Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!“ Das hätte wohl auch das Lebensmotto von Maria sein können. Aber dann kam alles anders: Ihr wurde die Geburt eines Sohnes verhießen: Unehelich, allerdings. Das hätte ihren … Weiterlesen - zum 3. Advent
Beglänzt von seinem Lichte hält euch kein Dunkel mehr Um Dunkelheit ging es auch im letzten Lied, der Weg vom Dunkel zum Licht, aus der Nacht in den Tag, ist ein Motiv, das sowohl für Ostern (Karsamstag=Osternacht) als auch Weihnachten sehr beliebt ist. Christus ist das Licht, das die Nacht erhellt. Im Lied, die Nacht ist vorgedrungen (GL # 220, EG # 16), wird beschrieben, wie die Dunkelheit langsam weicht und der Morgenröte entgegen geht. Jochen Klepper, der Dichter, will mit dieser Metapher verdeutlichen, dass wir uns aus tiefer Verzweiflung kommend, dem Licht nähern, ein Ende ist absehbar, ein Hoffnungsstreifen … Weiterlesen - zum 2. Advent
Dunkle, kalte Tage Zunächst mag es anders scheinen. Doch das Lied, über das ich hier schreibe, ist ein Lied voller Trost. Obwohl es einen zunächst frösteln lässt, wenn von dunklen, kalten Tagen die Rede ist. „An dunklen, kalten Tagen“ heißt das Lied, das ich meine. Der tiefsinnige, anrührende Text stammt von Claus Clausen. Die Melodie von Christoph Georgi. Zu finden ist das Lied im badischen Anhang zum Gesangbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ unter der Nr. 107. Clausen beschreibt im Grunde, wie es ihm an dunklen, kalten Tage so ergeht. Ich finde mich in seinen Fragen wieder. „Was … Weiterlesen - zum 1. Advent
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ – dieses Lied mit seiner leichten, eingängigen Melodie gehört fest zur Adventszeit. Den Text schrieb Georg Weissel, ein Pfarrer aus Königsberg, vor mehr als 400 Jahren zur Einweihung einer Kirche. Den feierlichen Einzug mit „Macht hoch die Tür“ kann ich mir lebhaft vorstellen. Weissel greift dazu einen Satz aus dem 24. Psalm auf: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“ Der Tempel in Jerusalem wurde eingeweiht und Gott, „der König der Ehre“, sollte darin wohnen. Von den Türen der Welt geht es … Weiterlesen - Ein Lied zu Coronazeiten – Trost für Kar- und OstertageIm Jahr 2020, als wir die Kar- und Ostertage im Lockdown verbrachten, haben verschiedene Menschen aus den christlichen Gemeinden Bruchsals beschlossen, mit einem „Lied der Woche“ einen Impuls zu setzen, um in Gemeinschaft über ein bekanntes Lied nachzudenken, das verbindet. Dazu gab es jeweils auch das youtube-Video und den Liedtext, aber diese sind häufig urheberrechtlich geschützt und mussten daher von der Homepage entfernt werden. Nun finden sich nur noch Links zu den entsprechenden Seiten. Dennoch wollen wir die Texte auf der Homepage lassen, als Erinnerung an diese Zeit, in der das Feiern der Gottesdienste fehlte. In der diesjährigen Adventszeit wollen … Weiterlesen
- My Lighthouse
Meer, Strand und Sonne – so sieht für viele der perfekte Urlaub aus. Ein weites türkisfarbenes Meer, weiße Sandstrände und heiße Sonne wird es für die meisten in diesem Sommer nicht geben: Corona macht einen Strich durch die Urlaubsplanung. Aber: Auch die Ost- und Nordsee sind sehr schön! – wenn auch etwas rauer und windiger als die Südsee. Wer schon einmal einen Tag am Meer bei starkem Wind erlebt hat, der weiß, wie aufgewühlt das Meer sein kann und kann sich gut vorstellen, wie schwierig es dabei für Kapitäne und Schiffer gewesen sein muss (oder ist), den Kurs zu halten. … Weiterlesen - Herr, deine Liebe
Es ist ein Lied, das für meine Generation zu den kirchlichen Hits gehörte. Als Kind und Jugendliche habe ich es geliebt: „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, / wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus. Bis heute wird dieses Lied gerne bei Trauungen gewünscht. Weil es die Liebe besingt. Oder besser: Gott, der die Liebe ist. Bis heute stimme ich gerne bei Trauungen mit den Brautpaaren in dieses Lied ein. Manchmal auch mit Trauernden bei einer Bestattungsfeier. Was mich aber immer schon hat stolpern lassen war diese Zeile in der vierten Strophe. Dort wird mir Gott als … Weiterlesen - You Won’t Let Go
Es gibt nur wenige Texte in der Bibel, die mich immer wieder so berühren und trösten wie die Worte, die Paulus ungefähr in der Mitte seines Römerbriefs geschrieben hat. Immer wieder lese ich sie bei Beerdigungen am Grab, zitiere sie in Predigten und nehme sie mir selbst vor, wenn es im Leben drunter und drüber geht. Gottes Liebe zu mir, zu uns, zu dieser Welt ist unzerbrüchlich – davon ist Paulus überzeugt. Römer 8,31-39: 31 Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?32 Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat … Weiterlesen - O komm, du Geist der Wahrheit
Pfingsten vor ziemlich genau 1990 Jahren – die Geburtsstunde derchristlichen Gemeinde. Jedes Pfingsten ist so ein Geburtstagsfest derKirche. Besonders runde und halbrunde Geburtstage laden ja in besonderer Weisedazu ein, zurück zu blicken, die aktuelle Situation zu bedenken oderauch auf die kommenden Jahre zu blicken. Auch Pfingsten lädt jedes Jahr ein, zu überlegen: Wo stehen wir alsKirche, als Kirchen? Geben wir Gottes Geist genug Raum, um uns und dieKirche zu beleben und zu verändern? Viele Pfingstlieder sind Bitten um das Kommen des Geistes. Auch diesesKirchenlied von Johann Spitta aus dem 19. Jahrhundert, das in vielenAussagen kaum aktueller sein könnte: 1. O … Weiterlesen - Ich will an dich glauben
Für jedes Jahr wird von einer Kommission ein Bibelwort ausgesucht, das eine Art Leitwort sein kann: die Jahreslosung. In vielen evangelischen und freikirchlichen Gemeinden hat die Jahreslosung eine besondere Bedeutung. Es gibt dazu Andachten und Predigten, Bildmeditationen und Postkartenaktionen. Ich selbst finde es auch jedes Jahr spannend und anregend, mich auf solch ein Bibelwort einzulassen, mit der Jahreslosung zu leben und dann am Ende zu schauen, was ich damit erlebt habe. Das Wort für 2020 ist der Ausspruch eines Mannes, der in seiner Verzweiflung bei den Jüngern Jesu und dann bei ihm selbst Hilfe für seinen kranken Sohn sucht. Seine … Weiterlesen - Bashana haba’a
„Dafür habe ich jetzt endlich einmal Zeit!“ Durch die Corona-Maßnahmen verbringen viele im Moment mehr Zeit zuhause. Dieses Mehr an Zeit wird oft gut genutzt: z.b. für Gartenarbeit, kleine Bauarbeiten am Haus und in der Wohnung, Näh-Projekte realisieren, einmal selbst Brotbacken uvm. Ich selbst nutze die Corona-Zeit, um Gitarre zu spielen und die wenigen Griffe, die ich im Anfängerkurs gelernt habe, zu üben. Allzu viele Gitarrengriffe beherrsche ich nicht. Darum suche ich mir Lieder aus, für die nur Griffe nötig sind, die ich bereits kann. So habe ich eher zufällig das schöne hebräische Lied „Bashana haba’a“ wiederentdeckt. Nicht nur die … Weiterlesen - Freunde, dass der Mandelzweig
Die Mandelbäume sind die ersten Bäume in Israel, die im Januar ihre Blüten im Winde wiegen. Sie tun das oftmals noch im Sturm und Regen der ausgehenden Winterzeit dort und gelten im Lande Jesu als erste Zeichen neu beginnenden Lebens nach der Brachzeit im Winter. Solch einen blühenden Mandelzweig nimmt der aus München stammende jüdische Schriftsteller, Journalist und Religionswissenschaftler Schalom Ben-Chorin (1913-1999) in seinem Gedicht auf. Der Mandelzweig wird für ihn zu einem Hoffnungszeichen dafür, „wie die Liebe bleibt“. Zu einem Fingerzeig dafür, „wie das Leben siegt“. Das Gedicht schrieb Schalom Ben-Chorin 1942 im damaligen Palästina. Da herrschte in Europa … Weiterlesen - Lieder in der Osterzeit
Ostern ist eine schöne Zeit, um ein Lied der Woche auszusuchen. Für mich gehört zu jedem Osterfest natürlich „Christ ist erstanden“ (EG 99 bzw. GL 318). Das ist ein Lied, dass ich immer an Ostern hören will, auch in Zeiten, in denen uns das Corona-Virus alle Freude nehmen will. Christ ist erstandenvon der Marter alle;des solln wir alle froh sein,Christ will unser Trost sein.Kyrieleis. Wär er nicht erstanden,so wär die Welt vergangen;seit dass er erstanden ist,so lobn wir den Vater Jesu Christ’.Kyrieleis. Halleluja, Halleluja,Halleluja!Des solln wir alle froh sein,Christ will unser Trost sein.Kyrieleis. Darüber hinaus aber liebe ich das Lied … Weiterlesen - Lieder an Ostern
„Der Herr ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ – So grüßen sich Christen in der ganzen Welt an Ostern. Und sie teilen die Freude über den Grund ihres Glaubens: Gott, der Jesus aus den Toten gerissen und ihm ewiges Leben geschenkt hat. Mit der Auferstehung Jesu wird deutlich: Tod, Leid, Schmerz, Scheitern, Schuld, Angst – das hat nicht mehr das letzte Wort über unser Leben. Das letzte Wort nimmt sich Gott – und er ist ein Gott des Lebens. Diese Freude an Ostern hat in den unterschiedlichen Zeitepochen einen unterschiedlichen Ausdruck gefunden. So wird bis heute in vielen Gottesdiensten … Weiterlesen - Hört das Lied der finstern Nacht
Text: https://www.evangeliums.net/lieder/lied_hoert_das_lied_der_finstern_nacht.html Heute, am Karfreitag möchte ich Sie in das Geschehen der Passion entführen. Ich möchte Sie mit hineinnehmen in die Dunkelheit und die Ereignisse der letzten Stunden im Leben Jesu und zwar anhand eines Liedes aus dem Gotteslob, „Hört das Lied der finstern Nacht“ (Nr. 288). Es erzählt, was nach dem letzten Abendmahl geschah in sechs Strophen. Es geht um die Ereignisse, die in der Nacht geschahen oder die an Nacht erinnern, an Dunkelheit, weil sie so voll Trauer sind. Der Verrat des Judas, die Verhaftung, das Urteil, die Verleugnung durch Petrus und der Tod am Kreuz werden angesprochen. Der … Weiterlesen - Anker in der Zeit
Es war am 11.3. in der Lutherkirche. Vor fast 4 Wochen. Mit unseren Konfirmand*innen waren wir in der Kirche, da sie dort ihr Jesuswort, das sie sich ausgesucht hatten, vortragen sollten. Wir hörten also Worte Jesu gepaart mit eigenen Gedanken der Konfirmand*innen. Schöne und auch tiefe Gedanken kamen zu Wort. Zum Abschluss bildeten wir einen Kreis um den Altar und feierten eine kleine Andacht. Ein Psalm, zwei Lieder, freie Gebete, das Vaterunser. Eines der Lieder, die wir gesungen haben, war „Anker in der Zeit“. Wir sangen von der bedingungslosen Liebe, die alles trägt und nie vergeht. Von unerschütterlicher Hoffnung, von einem … Weiterlesen - Sei gesegnet
Ging es Ihnen genau o wie mir: Corona – gefühlt weit weg in China. Dann hieß es: Italien. Nun ja, da war ich schon. Aber da gibt es ja noch die Alpen. Und dann war die Sache plötzlich in Deutschland, in Baden-Württemberg, in Bruchsal – und bei dem einen oder anderen in der eigenen Familie. Pandemie heißt „alle Völker“ – das klingt anonym. Doch plötzlich wurde die Sache sehr nah und persönlich. Und die Gedanken und Bilder aus den Nachrichten treiben einen um. Manchmal ist das Corona-Thema ganz weit weg. Manchmal blickt man gelassen darauf. Manches Mal bin ich auch … Weiterlesen